Mittwoch 24. April 2019

12. Februar 2019 - Nachrichten am Morgen

Mehr als acht Jahre nach dem Mord an dem Studenten André Heckmair in Windhoek hat der Prozess begonnen. Laut Allgemeiner Zeitung wurden die angeklagten US-Amerikaner Marcus Thomas und Kevan Townsend vom ersten Zeugen der Anklage, Simon Muliokela, gestern schwer belastet. Muliokela habe geschildert, wie Thomas und Townsend Anfang Januar 2011 von ihm eine Handfeuerwaffe gekauft hatten. Dabei habe Townsend ihm zwei Röhrchen aus Chrom gezeigt, die auf den Lauf der Waffe aufgesetzt werden. Zweck ist laut Bericht, dass sich die abgefeuerte Kugel der Waffe dann nicht mehr zuordnen lässt. Townsend und Thomas hatten den Prozess immer wieder mit dem Wechsel von Anwälten und anderen Anträgen verzögert. Ihnen wird vorgeworfen, den 25-jährigen André Heckmair im Januar 2011 erschossen zu haben.

Bei Wilderei sollte Wiederholungstätern keine Kaution gewährt werden. Das habe Umweltminister Pohamba Shifeta gestern in Windhoek gefordert, berichtet die Allgemeine Zeitung. Er wolle sich in dieser Sache an die Justiz wenden. Indessen gab der Direktor für Nationalparks im Ministerium, Colgar Sikopo, Zahlen zur Wilderei bekannt. Ihm zufolge habe es im vergangenen Jahr 120 Festnahmen mutmaßlicher Wilderer gegeben. Zudem habe man Kadaver von 57 Nashörnern und 26 Elefanten entdeckt, die Wilderern zum Opfer gefallen waren. Die Nashörner seien überwiegend auf Farmen getötet worden.

Im Nordosten Namibias wollen Farmer auch weiterhin im großen Stil Bäume fällen. Laut Namibian wurden seit dem Moratorium des Forstministeriums im vergangenen November mehr als 230 Anträge auf Erlaubnis zum Fällen von Bäumen gestellt. Sollten sie genehmigt werden, handele es sich um rund 48.000 Bäume im Jahr. Der Bericht stützt sich auf ein Papier von Umweltminister Pohamba Shifeta, das dieser Forstminister Alpheus !Naruseb zugeleitet habe und demnächst im Kabinett zur Diskussion stellen wolle. Das Moratorium im November war eine Reaktion auf Medienberichte über das unkontrollierte Fällen von Bäumen in kommunalen Gebieten der Kavango-Regionen.

Der aus Namibia stammende Abgeordnete des Deutschen Bundestags, Ottmar von Holtz, hat sich mit einem Besuch einen aktuellen Eindruck von der Lage in seinem Heimatland verschafft. Wie die deutsche Botschaft gestern mitteilte, informierte sich der Vertreter der Partei Bündnis 90/Die Grünen auch über die Position Namibias im Dialog mit Deutschland über die Kolonialzeit. Dazu habe er den Sonderbeauftragten der Regierung, Zed Ngavirue, Vertreter von Herero- und Nama-Verbänden und traditioneller Behörden sowie deutschstämmige Namibier getroffen. Von Holtz ist seit 2017 Abgeordneter im Bundestag und ein Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Er ist in Gobabis geboren und in Windhoek aufgewachsen.

Im US-Haushaltsstreit haben Republikaner und Demokraten offenbar eine Grundsatzeinigung erzielt, um einen neuen Shutdown zu verhindern - also eine weitere Haushaltssperre, die droht, wenn bis Freitag keine Lösung gefunden wird. Wie die Übereinkunft aussieht, ist aber noch völlig unklar - und das Weiße Haus muss noch zustimmen. US-Präsident Trump beharrt bislang auf Milliarden für den Bau einer Mauer an der mexikanischen Grenze - das lehnen die Demokraten strikt ab.


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