Mittwoch 16. August 2017

17. Juli 2017 - Nachrichten am Morgen

Der Dialog zwischen Deutschland und Namibia über die Kolonialzeit kann nur erfolgreich verlaufen, wenn er vertraulich geführt wird. Das habe der deutsche Sonderbeauftragte Ruprecht Polenz erklärt, berichtet die Allgemeine Zeitung. Damit habe er Forderungen des Historikers Jürgen Zimmerer nach einer öffentlichen Debatte zur deutschen Position zurückgewiesen. Auch verlaufe der Gesprächsprozess sowie mit der Regierung Namibias abgestimmt. Deutschland hatte im Juni schriftlich seine Antwort auf das vor einem Jahr vorgelegte Positionspapier Namibias überreicht. Medien zufolge fordert Namibia 30 Milliarden US-Dollar Wiedergutmachung für den Völkermord an Herero und Nama.

Die Bodenreform in Namibia leidet unter einem Mangel an Geldern und einem ungleichmäßig verteilten Landangebot durch Farmer. Das teilte das Ministerium für Bodenreform laut Presseagentur NAMPA in einer Präsentation zum Start der Anhörungen in Gobabis mit. So werde das meiste Land in den südlichen Regionen Hardap und Karas angeboten. Die im vergangenen Jahr eingeführte Möglichkeit, Farmland auch durch Enteignung zu beziehen, erweise sich zudem als schwierig. Farmer würden sich widersetzen und die Regierung habe zu wenig Mittel zur Durchführung. Die Anhörungen dienen zur Vorbereitung der Landkonferenz im September.

In Venezuela haben sich gut 7 Millionen Menschen an einer symbolischen Volksabstimmung gegen die umstrittene Verfassungsreform von Präsident Maduro beteiligt. Die Opposition spricht von einer klaren Botschaft an die Exekutive und an die Welt. Während der Abstimmung kam es zu einem Übergriff auf die Wähler: Unbekannte feuerten von Motorrädern aus Schüsse ab. Die Gegner von Staatschef Maduro befürchten, dass das Land durch die Verfassungsreform weiter in Richtung Diktatur abdriften könnte.

Für den Cyberangriff auf Katar sollen die Vereinigten Arabischen Emirate verantwortlich sein. Das berichtet die Washington Post und beruft sich auf US-Geheimdienstkreise. Hochrangige Regierungsmitglieder hätten den Plan und seine Umsetzung Ende Mai diskutiert, heißt es. Die Attacke hatte eine diplomatische Krise in der Golfregion ausgelöst.

Air Namibia muss in diesem Monat ohne den üblichen Zuschuss der Regierung in Höhe von 50 Millionen Namibia Dollar auskommen. Das habe das Transportministerium der Geschäftsführung von Air Namibia vergangene Woche in einem Brief mitgeteilt, berichtet der Namibian. Staatssekretär Willem Goeieman habe dies damit begründet, vom Finanzministerium weniger Geld erhalten zu haben. Laut Bericht hat Air Namibia Ausgaben von 300 Millionen Dollar im Monat, darunter 80 Millionen für Treibstoff und über 30 Millionen für das Leasing der Maschinen. Eine Stellungnahme der staatlichen Fluggesellschaft gab es vorerst nicht.

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