Dienstag 21. November 2017

17. Mai 2017 - Nachrichten am Morgen

Eine direkte Beteiligung der Herero und Nama am Dialog Namibias mit Deutschland über den Völkermord während der Kolonialzeit ist weiterhin nicht vorgesehen. Das habe der Sonderbeauftragte Namibias, Zed Ngavirue betont, berichtet der Namibian. Damit wurde ein Bericht von gestern über ein Treffen von Präsident Hage Geingob mit den Vertretern der Opferverbände der Nama und Herero, Ida Hoffmann und Vekuii Rukoro zurechtgerückt. Geingob hatte demnach gesagt, ein Ergebnis des Dialogs sei wenig glaubhaft, wenn Betroffene an den Gesprächen nicht beteiligt sind. Ngavirue zufolge wurden Hoffmann und Rukoro aufgerufen, im technischen Rat mitzuwirken, der ihm bei den Gesprächen beratend zur Seite steht.

Der Lutherische Weltbund (LWB) hat das Unrecht, das zur deutschen Kolonialzeit in Namibia begangen wurde, anerkannt, aber keine Entschuldigung angeboten. Das gehe aus einer öffentlichen Stellungnahme hervor, die laut Allgemeiner Zeitung gestern zum Abschluss der Vollversammlung des LWB in Windhoek herausgegeben wurde. Zugleich begrüßte der LWB den Dialog der Regierungen Namibias und Deutschlands über die Ereignisse der Vergangenheit. Die Bewegung der Landlosen, an der Nama-Vertreterin Ida Hoffmann beteiligt ist, lehnte die Erklärung laut AZ als unzureichend ab. Schließlich seien Kirchen die größten Nutznießer der illegalen Landnahme während der Kolonialzeit gewesen. Die Evangelische Kirche in Deutschland EKD hatte sich im Vorfeld der Versammlung für eine Mitschuld am Völkermord entschuldigt.

Die finanzielle Lage der SME-Bank ist weitaus kritischer als bisher bekannt. Laut Namibian hat die Bank in Namibia Kredite in Höhe von rund 200 Millionen Namibia Dollar vergeben, die nicht genügend abgesichert sind oder abgeschrieben werden müssen. Die Gesamtsumme der Kredite betrage 620 Millionen Dollar. Indessen hat Polizei-Generalinspektor Sebastian Ndeitunga strafrechtliche Ermittlungen gegen den Ex-Chef und zwei Manager der SME-Bank bestätigt. Von rund 150 Millionen Dollar, die in Südafrika angelegt wurden, fehlt noch immer jede Spur.

Im Bürgerkriegsland Jemen wird die humanitäre Lage immer schlechter - nun macht sich auch noch Cholera in dem Land breit. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind inzwischen mehr als 180 Menschen an der Infektionskrankheit gestorben - außerdem gebe es mehr als 14.000 Verdachtsfälle. Das jemenitische Gesundheitsministerium hatte am Montag noch von 125 Toten und rund 10.000 Verdachtsfällen gesprochen.

In der Russland-Affäre wächst der Druck auf US-Präsident Trump. Wie die New York Times schreibt, soll Trump versucht haben, Einfluss auf Ermittlungen des FBI zu nehmen. Konkret soll er den geschassten FBI-Chef Comey im Februar gebeten haben, Ermittlungen gegen seinen ehemaligen Sicherheitsberater Flynn einzustellen. Dem war Comey nicht nachgekommen - Flynn trat zurück - Comey wurde entlassen. Das Weiße Haus dementiert den Bericht - inzwischen werden aber mehr und mehr Forderungen laut, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump einzuleiten.

Nach sieben Jahren Haft kommt die frühere Wikileaks-Informantin Chelsea Manning heute auf freien Fuß. Die 29-Jährige wird vorzeitig aus dem Militärgefängnis entlassen. Ex US-Präsident Obama hatte sie kurz vor Ende seiner Amtszeit begnadigt. Manning hatte während ihrer Stationierung im Irak der Enthüllungsplattform Wikileaks hunderttausende Dokumente zugespielt.

Die Regierung Namibias will die Entwicklung des Tourismus stärker vorantreiben. Wie die Presseagentur NAMPA meldet, wurden zwei neue Gremien gegründet. Der National Tourism Competitiveness Advisory Council bestehe aus 32 Vertretern von staatlichen Institutionen und Privatwirtschaft und solle die Regierung in Fragen von Entwicklungen und Investitionen im Tourismus beraten. Beim zweiten Gremium handelt es sich um das Inter-Ministerial Committee on Tourism Development, in dem 34 Vertreter von 18 Ministerien für eine ressort-übergreifende Zusammenarbeit sorgen sollen.

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