Sonntag 30. April 2017

18. April 2017 - Nachrichten am Mittag

Die für heute geplante Debatte zum Misstrauensvotum gegen den südafrikanischen Präsidenten Zuma findet frühestens kommende Woche statt. Grund ist ein ausstehendes Urteil des Verfassungsgerichts, ob die Abstimmung im Parlament in geheimer Wahl stattfinden kann. Dies fordern die Oppositionsparteien, da sie davon ausgehen, dass dann auch zahlreiche Abgeordnete des regierenden ANC Zuma das Mistrauen aussprechen würden. Die Opposition ist auf etwa 70 Stimmen aus dem Regierungslager angewiesen um Zuma abzusetzen. – Hintergrund des Misstrauensvotums ist die Kabinettsumbildung von Zuma vor wenigen Wochen, die für Massendemonstrationen und nationale sowie internationale Kritik sorgte.

In Großbritannien soll es vorzeitige Parlamentswahlen geben - das hat Premierministerin May überraschend angekündigt. Die Abstimmung soll am 8. Juni stattfinden. Sie begründete den Schritt damit, das Parlament sei sich uneinig über den geplanten EU-Austritt ihres Landes sei. Das britische Parlament soll bereits morgen über die Neuwahlen abstimmen - dabei braucht May eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Eigentlich waren die nächsten Wahlen erst für das Jahr 2020 vorgesehen - aktuell haben die Konservativen um May aber einen deutlichen Vorsprung in den Umfragen.

Die türkische Opposition will heute Nachmittag offiziell beantragen, dass das Verfassungs-Referendum annulliert wird. Das kündigte die Republikanische Volkspartei - CHP - an.  Präsident Erdogan hatte die Abstimmung knapp gewonnen, die nach Meinung der Opposition aber "manipuliert" wurde. Auch internationale Wahlbeobachter sprechen von bis zu 2einhalb Millionen manipulierten Stimmzetteln. Die türkische Regierung weist die Vorwürfe dagegen zurück - und bezeichnet die Beobachter als parteiisch und befangen. In Europa wird unterdessen über den weiteren Umgang mit der Türkei diskutiert - parteiübergreifend sprechen sich Politiker dafür aus, die EU-Beitrittsgespräche zu stoppen.

In fast der Hälfte aller UNESCO-Welt-Natur-Erbestätten werden bedrohte Arten gewildert, wird illegal Holz geschlagen oder illegal gefischt.  Das zeigt eine heute vorgestellte WWF-Studie. Die Naturschützer rufen daher weltweit dazu auf, dass enger im Kampf gegen den illegalen Handel mit Tier- und Pflanzenarten zusammengearbeitet wird. Die internationale Staatengemeinschaft dürfe nicht tatenlos dabei zusehen, wie Wilderer das Welterbe plündern und ausrauben, so die Warnung des WWF. Neben besserem Schutz und Überwachung von Welterbestätten braucht es laut WWF eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Washingtoner Artenschutzabkommen, der UNESCO, nationalen Behörden, Nichtregierungsorganisationen und der Zivilgesellschaft. Auch die Regierungen müssten ihre Anstrengungen erhöhen und die gesamte Kette des illegalen Handels angehen.

Das “Windhoek Gymnasium” setzt in Zukunft auf Deutsch als Unterrichtssprache und baut sein Muttersprachenangebot massiv aus. So wird 2018 erstmals ein deutscher Zweig an der afrikaansen Privatschule eingeführt. Dies gab der Vorstand der Schule in den Sozialen Medien bekannt. Demnach werden die deutschsprachigen Kinder ab dem kommenden Schuljahr in allen Fächern bis Klasse 3 auf Deutsch unterrichtet. Auch danach werden diese Kinder Deutsch als Muttersprache sowie Englisch als Muttersprache und Afrikaans als Fremdsprache lernen. Für die zusätzliche Sprache werden andere Fächer wie Kunst und Musik aus dem Lehrplan gestrichen. Zudem können anderssprachige Kinder Deutsch als Fremdsprache ab Klasse 8 wählen.

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