Montag 18. Dezember 2017

4. Dezember 2017 - Nachrichten am Morgen

Der neu gewählte SWAPO-Präsident Hage Geingob hat auch seine Macht im Politbüro der Partei verstärkt. Laut Namibian wurden am Wochenende vor allem seine Anhänger in das 24 Mitglieder starke Gremium gewählt. Gegner wie Ex-Premierminister Nahas Angula, Jugendminister Jerry Ekandjo und Innenministerin Pendukeni Iivula-Ithana sind künftig nicht mehr vertreten. Unter den sechs Mitgliedern, die Geingob als Parteipräsident ernennen darf, ist Finanzminister Calle Schlettwein. Eine Überraschung ist die Wahl von Geschäftsmann Tobie Aupindi, gegen den ein Verfahren wegen angeblicher Korruption in seiner Zeit als Chef der staatlichen Rastlager-Gruppe NWR läuft.

Verkehrsunfälle haben am vergangenen Wochenende mindestens neun Menschenleben gefordert. Der schwerste ereignete sich laut Presseagentur NAMPA am Samstagmorgen zwischen 6.00 und 7.00 Uhr auf der Straße von Walvis Bay via Düne 7 nach Swakopmund. Ein BMW habe mit hohem Tempo einen Lastwagen überholt, sei von der Straße abgekommen und habe sich überschlagen. Vier Menschen starben, der mutmaßliche Fahrer liegt schwer verletzt im Krankenhaus. In der Nacht auf Sonntag überschlug sich ein Wagen auf der Schotterstraße von Outjo nach Otavi. Dabei starben drei Schüler im Alter von 16, 18 und 19 Jahren. Weitere Unfälle mit je einem Todesopfer ereigneten sich laut Allgemeiner Zeitung in Windhoek und in der Region Oshikoto.

Wenn ein Mensch durch ein wildes Tier getötet wird, sollen seine Angehörigen künftig 100.000 Namibia Dollar Entschädigung erhalten. Das sieht laut Namibian das geänderte Gesetz zu Konflikten zwischen Mensch und Tier vor, das vom Kabinett verabschiedet worden sei. Bisher zahlt der Staat 5.000 Dollar. Der Nationalrat dagegen hat der Allgemeinen Zeitung zufolge eine Erhöhung auf 500.000 Dollar empfohlen. Er stütze sich dabei auf einen Bericht zum Abschluss öffentlicher Anhörungen in den stark betroffenen Regionen im Norden und Westen Namibias. Demnach gehen die meisten Todesopfer auf das Konto von Elefanten. An den Flüssen im Norden Namibias stellen zudem Flusspferde und Krokodile eine tödliche Gefahr dar.

Das Obergericht hat dem Innenministerium Namibias wegen der willkürlichen Verhaftung eines in Swakopmund lebenden deutschen Ehepaars eine schallende Ohrfeige erteilt. Laut Namibian sprach Richter Shafimana Ueitele in seiner Urteilsbegründung von einem unverantwortlichen Verhalten und Inkompetenz. Ralph und Susanne Holtmann waren 2007 nach Namibia gekommen und hatten in Swakopmund eine Firma gegründet. 2014 beantragten sie den Daueraufenthalt und erhielten trotz acht schriftlicher Nachfragen keine Antwort, bis sie im September 2016 wegen illegalen Aufenthaltes verhaftet wurden. Ueitele sprach den Holtmanns laut Namibian ein Wohnrecht in Namibia zu - ebenso wie dem Südafrikaner Coenraad Prollius, der seit 2008 in Namibia lebt und einen Frisörsalon betreibt. Dieser hatte eine Abschiebung per Gericht gestoppt.

Mehr als 3.000 Jesiden, die vor drei Jahren von der IS-Terrormiliz im Nordirak entführt worden sind, werden noch immer gefangengehalten oder vermisst. Von den insgesamt rund 6.400 entführten Jesiden habe nur etwa die Hälfte befreit werden oder fliehen können, so das Ministerium für religiöse Angelegenheit im irakischen Kurdengebiet. Unter den Gefangenen seien demnach mehr als 1.500 Frauen und Mädchen sowie 1.700 Männer und Jungen. 

Eine Woche nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Honduras hat das Oberste Wahlgericht die Auszählung wiederaufgenommen. Bislang steht noch kein endgültiges Ergebnis fest - sowohl der amtierende Staatschef Hernandes als auch sein Herausforderer Nasralla beanspruchten jedoch den Wahlsieg für sich. Am Donnerstag war die Auszählung unterbrochen worden. Einen Tag später hatte die Regierung einen 10 tätigen Ausnahmezustand verhängt, um Proteste der Opposition zu unterbinden. Honduras zählt zu den ärmsten und gefährlichsten Ländern Lateinamerikas.

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