Montag 10. Dezember 2018

4. Oktober 2018 - Nachrichten am Morgen

Eine Fülle an Ideen und Meinungen traf auch am dritten Tag der fünftägigen Landkonferenz aufeinander. Während Vertreter der Minderheit der San dazu aufriefen Teile von einigen Nationalparks den kommunalen Verwaltungen zu übertragen, hat der ehemalige Justizminister Ngarikutuke Tjiriange die Rufe nach „traditionellem historischem Siedlungsland“ unterstützt. Er stellt sich damit gegen die Meinung zahlreicher hochrangiger Personen im Land. Man riskiere einen Bürgerkrieg, wenn man das Thema unter den Tisch kehren würde. Man solle Land vornehmlich den Menschen geben, die es durch Kolonialismus verloren hätten, sagte Tjiriange.

Fast eine Million Menschen in Namibia leben in Blechhütten. Dies geht laut New Era aus der der neuesten Statistik der „Shack Dwellers Federation of Namibia“ hervor. Demnach gäbe es im Land knapp 310 informelle Siedlungsgebiete mit mehr als 200.000 Hütten. Somit leben etwa 40 Prozent aller Namibier in nicht-formellen Behausungen. Vor zehn Jahren hab es 50 Prozent weniger illegale Wohnsiedlungen und nur etwa 500.000 Menschen lebten in diesen. Es müsse deshalb bei der aktuellen Landkonferenz vor allem auch um die Erschließung von städtischen Wohngebieten gehen, da diese Problematik deutlich mehr Menschen direkt berühre.

Die San der Omaheke-Region wollen die gleichen Umsiedlungsrechte wie alle Namibier, die nicht zu besonders benachteiligten Gruppen gehören. Laut der Vertreterin, Helena Afrikaner, sei es unverständlich warum Gruppen wie die San als Kollektiv umgesiedelt werden, während andere Volksgruppen als Individuen behandelt würden und dementsprechend Land erhalten. Unter anderem wurden 1993 200 San auf einer Farm in der Region angesiedelt und erhielten damals 72 Häuser. Mittlerweile würden dort viel mehr Menschen leben, jedoch gäbe es keine adäquate Infrastruktur. Zudem würde das illegale Abzäunen von Kommunalland die San auf wenige Korridore begrenzen und so ihr traditionelles Leben einschränken.

Ein Stadtratsmitglied in Walvis Bay soll mindestens 83.000 Namibia Dollar zweckentfremdet haben. Laut dem Namibian hat die Anti-Korruptionskommission die Ermittlungen aufgenommen. Das SWAPO-Ratsmitglied habe das Geld über fünf Monate durch eine städtische Kreditkarte genutzt. Ersten Ermittlungen nach sei das Geld an Geldautomaten unweit von Kasinos abgehoben bzw. für Hotelübernachtungen und Alkohol genutzt worden. Das Stadtratsmitglied verdiene mindestens 28.000 Dollar im Monat. Ein „Whistleblower“ hat die ACC auf den Fall aufmerksam gemacht.

In Peru hat das Oberste Gericht die Begnadigung von Ex-Präsident Fujimori aufgehoben und seine sofortige Verhaftung angeordnet. Der zuständige Richter gab damit dem Einspruch von Opferfamilien gegen Fujimoris Haftverschonung statt. Der 80-Jährige Ex-Präsident wurde aber Stunden nach dem Richterspruch in eine Klinik eingeliefert. Fujimori war 2007 wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 25 Jahren Haft verurteilt - Ende vergangenen Jahres aber von Präsident Kuczynski aus humanitären Gründen begnadigt worden. Das löste Empörung bei Opfern, deren Angehörigen und bei Menschenrechtsaktivisten aus. Präsident Kuczynski wurde inzwischen selbst wegen Korruption des Amtes enthoben.


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