Mittwoch 20. September 2017

8. September 2017 - Nachrichten am Morgen

Das marode staatliche Straßenbau-Unternehmen RCC soll unter Zwangsverwaltung gestellt werden. Das habe das Komitee des Kabinetts für übergreifende Politik und Prioritäten entschieden, teilte Staatsbetriebsminister Leon Jooste laut Allgemeiner Zeitung gestern mit. Wenn das Parlament zustimme, werde beim Obergericht ein Antrag eingereicht, den Aufsichtsrat der RCC abzusetzen und einen Verwalter zu bestimmen. Laut Jooste schreibt der Betrieb seit Beginn rote Zahlen. Früheren Medienberichten zufolge sind 300 Millionen Namibia Dollar nötig, um die RCC zu retten. Seit Juli kann sie keine Gehälter zahlen. Das Finanzkomitee des Kabinetts war im Juli mehrheitlich dafür, den Betrieb zu schließen und durch eine neue Institution zu ersetzen.

Die Namibia Airports Company NAC sollte gegen ihren suspendierten Geschäftsführer Tamar El-Kallawi ein Disziplinarverfahren wegen Korruption einleiten. Das habe die Buchprüfungsfirma Deloitte in ihrem jüngsten Bericht empfohlen, berichtet der Namibian. Dasselbe gelte für den ebenfalls suspendierten Leiter der technischen Abteilung, Courage Silombela. Demnach gibt es Belege dafür, dass El-Kallawi und Silombela bei der Vergabe von Aufträgen im Werte von mehr als 360 Millionen Namibia Dollar Bestechungsgelder angenommen haben. Beide waren im Juni wegen Unregelmäßigkeiten suspendiert worden. Deloitte empfiehlt laut Namibian zudem, Gelder zurückzufordern, die die NAC aufgrund des Fehlverhaltens beider Manager verloren hat.

In Namibia häufen sich die Beschwerden von Kunden gegen Versicherungs-Institute. Das habe der Chef der Aufsichtsbehörde Namfisa, Kenneth Matomola gestern bei Vorstellung des Jahresberichtes erklärt, meldet die Presseagentur NAMPA. Demnach habe Namfisa im vergangenen Finanzjahr 796 Beschwerden erhalten - 84 mehr als im Vorjahr. Auch der Wert der Beschwerdefälle hat sich erhöht. Laut Matombola gab es allein von Januar bis März dieses Jahres Rückerstattungen an Kunden von insgesamt 41 Millionen Namibia Dollar. Im gesamten Jahr 2016 dagegen seien es nur 16 Millionen Dollar gewesen.

Namibia muss seine Strategie im Kampf gegen die Wilderei von Nashörnern den neuesten Entwicklungen anpassen. Das habe Umweltminister Pohamba Shifeta gestern zur Eröffnung eines Arbeitstreffens zum Schutz von Spitzmaul- und Breitmaul-Nashörnern erklärt, meldet die Presseagentur NAMPA. Da Wilderer in immer größeren Gruppen agieren und immer raffinierter vorgehen, müssten auch die Gegenmaßnahmen verbessert werden. Shifeta zufolge scheint sich die Wilderei von staatlichen Parks auf private Gebiete mit Nashörnern zu verlagern. Shifeta zufolge wurden in diesem Jahr bislang insgesamt 27 gewilderte Nashörner entdeckt. Auf dem eintägigen Arbeitstreffen wurden Strategien diskutiert, um Spitzmaul-Nashörner auf privatem Land sowie Breitmaul-Nashörner in Privatbesitz besser zu schützen.

Junge Muslime in Afrika radikalisieren sich laut einer UN-Studie vorwiegend aufgrund von Armut und Chancenlosigkeit - religiöse Motive spielten eine untergeordnete Rolle. Die Vereinten Nationen hatten über zwei Jahre hinweg fast 500 ehemalige Mitglieder radikaler Gruppen wie Boko Haram oder der Schabab in Somalia befragt. Fast 60 Prozent gaben an, wenig bis gar nichts über religiöse Texte zu wissen.

Hurrikan Irma soll heute Kuba erreichen. Über 30.000 Touristen sind dort bereits in Sicherheit gebracht worden. Auf seinem Weg durch die Karibik hatte der Wirbelsturm auch auf den Amerikanischen Jungferninseln schwere Schäden angerichtet. Weiter vier Menschen kamen ums Leben. Wegen der Verwüstungen ist genaue Zahl der Opfer noch unklar. Auch die US-Bundesstaaten Florida und Georgia rüsten sich für Irma. Die Behörden haben vor allem in Küstenorten Evakuierungen angeordnet.

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