Sonntag 25. Februar 2018

9. Februar 2018 - Nachrichten am Morgen

Präsident Hage Geingob hat im Zuge seiner Kabinettsumbildung drei Ministerien neu besetzt, die immer wieder wegen Korruptionsvorwürfen in den Schlagzeilen waren. Neuer Minister für Öffentliche Arbeiten und Transport ist John Mutorwa. Sein Posten als Landwirtschaftsminister übernimmt sein Vorgänger Alpheus !Naruseb, der vor allem wegen des gestoppten überteuerten Flughafen-Ausbaus in der Kritik stand. Ein ähnlicher Wechsel findet zwischen dem Büro des Generalstaatsanwalts und dem Justizministerium statt: Sacky Shanghala, der wegen der Millionenhonorare für Anwälte in England unter Beschuss war, wechselt das Amt mit Albert Kawana. Auch der Minister für Bergbau, Obeth Kandjoze und der Leiter der Planungskommission, Tom Alweendo wechseln ihre Posten.

Die Kandidatenliste der regierenden SWAPO für Parlamentssitze hat Präsident Hage Geingob bei der Kabinettsumbildung die Hände gebunden. Darin seien sich politische Beobachter einig, meldet die Presseagentur NAMPA. Viele hätten neue Gesichter erwartet, so der Analyst Charles Mubita. Doch habe Geingob aufgrund der Swapo-Liste keine andere Wahl gehabt, als seine Minister zu verschieben und zu hoffen, dass sie auf ihrem neuen Posten eine bessere Leistung bringen.

Die Bürger Namibias sind mit dem Dienst der Polizei NAMPOL nicht zufrieden. Das habe eine Umfrage der technischen Universität NUST ergeben, meldet die Presseagentur NAMPA. Demnach lag der Zufriedenheitswert nur bei 54 Prozent. Die Befragten mussten die Polizei hinsichtlich Höflichkeit, Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Reaktionsfähigkeit bewerten. Das Ergebnis der vom Büro des Premierministers in Auftrag gegebene Studie wurde gestern von NAMPOL-Generalinspektor Sebastian Ndeitunga bekanntgegeben. Er rief die Polizeibeamten auf, sich kritisch zu prüfen und ihre Leistung zu steigern.

Die bereits mehrfach verschobene zweite Konferenz zur Bodenreform wird in diesem Jahr stattfinden. Das habe Präsident Hage Geingob gestern vor dem neuen Kabinett angekündigt, meldet die Presseagentur NAMPA. Dazu solle ein Komitee aus Vertretern von Ministerien und Gesellschaft gegründet werden, das unter der Leitung des Ministeriums für Bodenreform steht. Auch müssten die Ergebnisse der öffentlichen Anhörungen vom vergangenen Jahr durch Eingaben von Experten und bisher nicht gehörten Betroffenen ergänzt werden. Auf der Konferenz sollen die Fortschritte der Bodenreform seit der ersten Landkonferenz 1991 bilanziert und Maßnahmen diskutiert werden, um den Prozess der Umverteilung des Landes zu beschleunigen.

Schon zum zweiten Mal in dieser Woche sind die Aktienkurse in den USA abgerauscht. Der Leitindex Dow Jones verlor nochmal gut vier Prozent. Damit scheinen sich die Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Talfahrt zu zerschlagen. Der Grund für die Nervosität an den Finanzmärkten wirft weiter Fragen auf: Analysten halten die Sorge der Anleger vor steigenden Zinsen für den Hauptgrund.

Eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu einer humanitären Waffenruhe im Bürgerkriegsland Syrien hat nichts Konkretes ergeben. Mehrere UN-Botschafter verließen wortkarg den Sitzungsraum. "Es sei furchtbar", sagte ein westlicher Diplomat. Der russische UN-Botschafter hatte die Forderung nach einer einmonatigen Waffenruhe zuvor "nicht realistisch" genannt, weil man nicht sicher sein könne, dass sie von Terroristen eingehalten werde. Die Lage in Syrien hat sich zuletzt massiv verschärft.

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