2016

15. Juni 2016 – Nachrichten am Morgen

todayJuni 15, 2016

Hintergrund
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Deutscher Sondergesandter Ruprecht Polenz; © Deutscher Bundestag/Wikimedia Commons

Deutscher Sondergesandter Ruprecht Polenz; © Deutscher Bundestag/Wikimedia Commons

Namibia wird Deutschland in Kürze eine fundierte Aufstellung zu den Gräueltaten der Deutschen während der Kolonialzeit übergeben. Das habe der Sonderbeauftrage Namibias für den Dialog mit Deutschland, Zed Ngavirue, am Sonntag auf einer Gedenkfeier der Mbanderu in Okahandja erklärt, meldete die Presseagentur Nampa gestern. Das Dokument beinhalte auch Kriegsverbrechen und die Konzentrationslager in Swakopmund und Lüderitz, so Ngavirue. Es werde zurzeit von einem technischen Komitee fertiggestellt und dann dem Kabinett vorgelegt, bevor es der deutschen Regierung überreicht wird. Laut Ngavirue muss Deutschland sich für den Völkermord nicht nur entschuldigen, sondern den betroffenen Gemeinschaften auch Wiedergutmachung leisten.

Die Führung der Studentenorganisation Nanso streitet darüber, ob sie am Massenprotest gegen den geplanten Parlamentsbau teilnimmt oder nicht. Laut Namibian wurden gestern zwei sich widersprechende Mitteilungen an die Mitglieder verschickt. Während Nanso-Präsident Wilhelm Wilhelm den Protest der Initiative Affirmative Repositioning AR unterstützt, lehnt das Exekutiv-Komitee es offenbar ab, in politische Konflikte hineingezogen zu werden. Wilhelm sei nicht Nanso, hieß es. – AR will morgen mit Tausenden jungen Namibiern am Snyman-Zirkel in Windhoek gegen den 2,2 Milliarden Namibia Dollar teuren Parlamentsbau protestieren und Parlaments-Präsident Peter Katjavivi eine Petition überreichen.

Schwere Gefechte im Irak treiben offenbar erneut zehntausende Menschen in die Flucht. Laut UNO wurden in den vergangenen Wochen mehr als 43.000 Menschen aus der Region Falludscha vertrieben. Darunter alleine 7.300 Familien. Damit sind alleine im Irak etwa 3,3 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Stadt Falludscha wird seit 2014 von IS-Milizen kontrolliert – die irakische Armee versucht derzeit die Stadt zu befreien.

Drei Monate nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in der Republik Kongo ist der unterlegene Oppositionskandidat Jean-Marie Michel Mokoko festgenommen worden. Sicherheitskräfte hätten den früheren Armeechef des Landes festgenommen und abgeführt, sagte sein Anwalt in der Hauptstadt Brazzaville. Dabei gehe es um den Vorwurf, Mokoko habe 2007 mit einem französischen Nachrichtendienstmitarbeiter darüber gesprochen, wie der langjährige Präsident Denis Sassou Nguesso aus dem Amt entfernt werden könnte.

Die Verteidigungsminister der NATO-Staaten haben beschlossen zahlreiche Kampfeinheiten in Osteuropa zu stationieren. Im kommenden Jahr sollen vier Bataillone ins Baltikum und nach Polen verlegt werden. NATO-Generalsekretär Stoltenberg betonte, dass dies keine Provokation gegen Moskau sein soll – das Bündnis müsse seine Mitglieder aber gegen mögliche Bedrohungen schützen. Nach der Annektierung der Krim durch Russland hatte vor allem Polen mehrfach um Unterstützung gebeten.

Der Staatskonzern NamPower will bei Arandis statt des ursprünglich geplanten Kohlekraftwerkes einen Solar-Park errichten. Wie die Allgemeine Zeitung berichtet, soll die Anlage bis zu 300 Megawatt Strom produzieren. Sie beruhe auf dem Konzept konzentrierter Solar-Energie. Dabei werde Sonnenlicht gebündelt, um durch Hitze Wasserdampf zu erzeugen und eine Dampfturbine anzutreiben. Kommende Woche werden die Pläne laut AZ in öffentlichen Versammlungen in Windhoek, Swakopmund, Arandis und an der Spitzkoppe vorgestellt.

Im kommunalen Hegegebiet Purros im Nordwesten Namibias ist erneut ein Löwe getötet worden, der ein Halsband mit Sender trug. Laut Allgemeiner Zeitung wurden zwei weitere Löwen durch Schüsse verletzt. Demnach gehören alle drei zur Gruppe junger Mähnenlöwen, die der Experte Flip Stander die fünf Musketiere nennt. Der Vorfall ereignete sich offenbar nahe einem zeitweiligen Viehposten. Stander zufolge waren die Löwen in den vergangenen Wochen durch Feuerwerk und lauter Musik von Siedlungen und Vieh ferngehalten worden. Seit Jahren würden in dem Gebiet Raubtiere getötet, ohne die Behörden über Schäden für Mensch und Vieh zu benachrichtigen, wie es das Gesetz vorschreibt.

Geschrieben von: Redaktion

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