10. Januar 2017 - Nachrichten am Morgen

Die deutsche Regierung sieht einer Sammelklage der Herero und Nama in den USA auf Entschädigung für den Völkermord während der Kolonialzeit gelassen entgegen. Das berichtet die Allgemeine Zeitung unter Berufung auf ein Gespräch des Evangelischen Pressedienstes mit dem Sonderbeauftragten für den Dialog mit Namibia, Ruprecht Polenz. Es wäre eine Überraschung, wenn die Klage angenommen würde, sagte Polenz. Direkte Zahlungen an die Nachkommen der Opfer schloss er erneut aus. Zugleich betonte Polenz laut AZ, der Dialog mit der Regierung Namibias werde in gutem Klima fortgesetzt. Allerdings werde es zur angestrebten Entschuldigung durch Bundespräsident Joachim Gauck bis zu dessen Amtsende im März nicht mehr kommen.

Im Fall des Milliardenbetruges chinesischer Firmen beim Import von Gütern nach Namibia ermittelt die Polizei gegen mehr als 30 Personen. Das habe NamPol-Chefinspektor John Mutongwe gestern vor dem Magistratsgericht in Windhoek erklärt, meldet die Presseagentur NAMPA. Neben den beiden Chinesen und dem namibischen Transport-Unternehmer, die verhaftet wurden, habe man 29 weitere Verdächtige im Visier. Laut Allgemeiner Zeitung konnte Mutongwe jedoch keine Hinweise für die konkrete Beteiligung der Verhafteten am Zollbetrug liefern. Es geht um Zollbetrug in Höhe von 3,5 Milliarden Namibia Dollar durch Angabe zu niedriger Werte auf den Einfuhrpapieren. Die Kautionsverhandlung wird heute fortgesetzt.

Der künftige US-Präsident Trump holt seinen Schwiegersohn Kushner als Berater ins Weiße Haus. Der 36-jährige Ehemann von Trumps Tochter Ivanka ist ebenfalls Immobilien-Geschäftsmann. Unterdessen nimmt der US-Senat ab heute die Kandidaten für die Regierungsmannschaft unter die Lupe. Zunächst wird der Anwärter auf das Amt des Justizministers - Senator Sessions - befragt. Danach folgt der designierte Außenminister Tillerson. Er war bisher Chef des Ölkonzern ExxonMobil.

Der türkische Staatschef Erdogan ist seinem Ziel, ein Präsidialsystem einzuführen, ein Schritt nähergekommen. Das Parlament stimmte für eine Debatte über eine entsprechende Verfassungsreform. Erdogan würde in einem Präsidialsystem deutlich mehr Macht bekommen - und Staatsoberhaupt und Regierungschef in einem. Weil Erdogans AKP und der verbündeten MHP allerdings die nötige Mehrheit fehlt, um das Paket direkt zu verabschieden, ist eine Volksabstimmung geplant.

Zu Beginn des neuen Schuljahrs zeichnet sich erneut ein großer Mangel an Schulplätzen ab. Wie der Namibian berichtet, sind allein in der Region Khomas bereits alle Schulen voll. Man habe keinen Platz mehr für Kinder aus anderen Regionen, erklärte die regionale Bildungsbehörde. Demnach stehen rund 50 Zelte bereit, um über 1.600 Schüler vorübergehend unterbringen zu können. Laut Namibian kritisierte die Behörde Eltern, die mit der Einschulung ihrer Kinder an den Grund- und Oberschulen bis zur letzten Minute warten. Erster Schultag nach den Ferien ist morgen.

An den Stränden der Küstenorte Namibias könnte die Polizei künftig am Neujahrstag gegen Umweltsünder vorgehen. Das habe die Direktorin des Dorob Nationalparks, Jeremia Lameck, gestern angedroht, meldet die Presseagentur NAMPA. Man habe zum letzten Jahreswechsel das Übernachten am Strand ohne Genehmigung ausnahmsweise erlaubt, aber mit der Auflage, dass kein Müll hinterlassen wird. Diese Erlaubnis sei von vielen Besuchern missbraucht worden, so Lameck. Bei Long Beach und Meile 4 seien seit Jahresbeginn zehn Reinigungskräfte im Einsatz.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.